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Aktuelle Artikel
  • 16.08.2018 19:50

    Leoni: Autozulieferer nach Zahlen unter Druck

    Wenn Sie 2018 Aktien aus der Automobilbranche im Depot haben, kennen Sie das Gefühl: Egal, was diese Unternehmen nach Quartalsende melden, an der Börse finden Analysten und Investoren ein Haar in der Suppe und strafen die Aktien ab.

    Das jüngste Beispiel: Der im MDax notierte Autozulieferer Leoni hat gestern seine Quartalszahlen vorgelegt und im Zuge dessen sogar die Umsatzprognose für 2018 leicht angehoben. Dennoch brach die Leoni-Aktie, die sich seit Monaten bereits in einem Abwärtstrend befindet, um weitere 14% ein. Und heute geht es sogar noch weiter abwärts.

    Was sind die Gründe dafür, wie ist das Zahlenwerk im Detail ausgefallen und was erwartet das Leoni-Management für das laufende Geschäftsjahr? Diesen Fragen werden wir uns jetzt widmen. Zunächst zu den jüngsten Zahlen.

    Umsatz hui, Ergebnis pfui

    Im 2. Quartal des laufenden Jahres erzielte Leoni infolge eines lebhaften Geschäfts mit Bordnetzsystemen, Kabelsätzen und Spezialleitungen für die Automobilindustrie einen Umsatz von 1,3 Mrd. Euro, was ein Plus von 6,8% gegenüber dem Vorjahreswert bedeutet. Organisch lag das Plus sogar bei 8,8%.

    Der operative Gewinn (EBIT) belief sich in den Monaten April bis Juni auf 62 Mio. Euro und lag damit recht deutlich unter dem Vorjahreswert von 87 Mio. Euro. Hier gilt es allerdings zu berücksichtigen, dass im Vorjahreszeitraum ein einmaliger positiver Sondereffekt in Höhe von 25 Mio. Euro angefallen ist. Bereinigt um diesen Sondereffekt, liegt das EBIT für das 2. Quartal 2018 exakt auf dem Niveau des Vorjahres.

    Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung des 2. Quartals könnte oberflächlich betrachtet also mit „Umsatz hui, Ergebnis pfui“ zusammengefasst werden. Allerdings konnten Sie gerade schon erfahren, dass das operative Ergebnis 2017 (also die Vergleichsbasis für das laufende Geschäftsjahr) um einen nicht unerheblichen Sondereffekt bereinigt werden muss.

    Zweitens hat Leoni allein im zurückliegenden Quartal 70 Mio. Euro in die Hand genommen, um damit in neue Bordnetzwerke zu investieren, den Ausbau der Spezialleitungsfertigung voranzutreiben sowie in die „Fabrik der Zukunft“ in Roth zu investieren.

    Die Planungen für das laufende Jahr

    Im laufenden Jahr peilt Leoni beim operativen Gewinn (EBIT) nach wie vor eine Spanne von 215 bis 235 Mio. Euro an. Das Ergebnis werde jedoch eher unter dem Mittelwert der Spanne liegen, hieß es seitens des Unternehmens.

    Beim Umsatz wird nun ein Wert von 5,l Mrd. Euro erwartet, nachdem man zuvor von einem Umsatz von 5,0 Mrd. Euro ausgegangen war. Zum Vergleich: Im Vorjahr lag der Umsatz bei 4,9 Mrd. Euro. Leoni hat im 1. Halbjahr 2018 vor allem wegen des höheren Kupferpreises mehr umgesetzt als zunächst erwartet. Daher entschloss sich das Management dazu, die Umsatzprognose leicht anzuheben.

    Leoni-Aktie im Blickpunkt

    Die Leoni-Aktie notierte vor 7 Monaten noch bei rund 65 Euro. Es folgte ein deutlicher Absturz. Derzeit notiert das Papier rund 45% unter dem Niveau von Januar dieses Jahres. Die Ursachen: Vor allem die schlechte Marktstimmung für nahezu alles, was mit der Automobilbranche zu tun hat.

    Sicher ist die Ergebnisentwicklung von Leoni im laufenden Jahr nicht besonders stark, aber dass sich der Aktienkurs annähernd halbiert, halte ich für eine Übertreibung. Spätestens wenn die Stimmung umschlägt und der Ausverkauf von Automobilwerten vorbei ist, sollten Sie die Leoni-Aktie auf Ihrer Beobachtungsliste haben.

  • 15.08.2018 20:00

    Was Warren Buffett zuletzt ge- und verkauft hat

    Der Aktienmarkt leidet weiterhin unter der Türkei-Krise. Nach den heutigen Kursverlusten steht der DAX trotz der rekordhohen Unternehmensgewinne wieder da, wo er schon vor 12 Monaten stand. Wenn zwei wenig rational denkende Menschen wie Trump (USA) und Erdogan (Türkei) ein politisches Duell austragen, kostet das Nerven und Geld.

    Gewinner sind in diesen Tagen die Investoren, die auf prall gefüllten Kassen sitzen und in aller Ruhe auf Schnäppchenjagd gehen können. Der Meister in dieser Disziplin ist seit über 50 Jahren Warren Buffett. Am Montag habe ich Ihnen an dieser Stelle die jüngsten Zahlen von Berkshire Hathaway, der Investment-Holding von Warren Buffett, vorgestellt.

    Hier noch einmal eine kurze Übersicht: Im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres steigerte Berkshire den Umsatz um 9% auf 62 Mrd. US-Dollar. Der operative Gewinn legte deutlich überproportional um satte 67% auf 6,9 Mrd. US-Dollar zu. In der Berkshire-Kasse warten über 100 Mrd. US-Dollar auf günstige Kauf-Kurse. Heute möchte ich mit Ihnen auf die jüngsten Veränderungen in Buffetts Portfolio blicken.

    Vier Mal im Jahr (immer einige Wochen nach Quartalsende) sendet Berkshire Hathaway eine Pflichtmitteilung zum aktuellen Aktienportfolio an die US-Börsenaufsicht SEC. Darin enthalten: Die jüngsten Umschichtungen im Berkshire-Portfolio. Diese Daten werden von zahlreichen Anlegern mit Spannung erwartet und genauestens beäugt.

    Hier hat Buffett zugekauft

    Die wichtigste Erkenntnis der aktuellen Meldung: Buffett ist weiter in Kauflaune. Er hat zuletzt seine Investitionen erhöht. Hier ein Überblick über die Zukäufe von Buffett in den Monaten April bis Juni dieses Jahres: Aufgestockt hat Buffett beispielsweise seinen Anteil an Apple. Er erhöhte um 5,2% auf inzwischen bereits mehr als 52 Mrd. US-Dollar.

    Zu Apple sagte Buffett zuletzt: „Erst wenn ich mir ein iPhone kaufe, dann ist der Markt so gut wie gesättigt.“ Da Buffett immer noch ein Handy benutzt, das insbesondere jüngere Menschen wohl eher in einem Technik-Museum erwarten würden, verwundert es nicht, dass er bei Apple weiter aufgestockt hat und wohl auch zukünftig weiter zukaufen wird. Am liebsten, so Buffett, würde er sogar 100% an Apple halten.

    Daneben erhöhte Buffett seinen Anteil an den  US-amerikanischen Fluggesellschaften Delta und Southwest Airlines. Um Southwest gibt es sogar Gerüchte, dass hier möglicherweise eine Komplettübernahme durch Berkshire bevorstünde. Vor wenigen Tagen schrieb die US-Bank Morgan Stanley in einer Studie, dass der Kauf von Southwest für Berkshire eine gute strategische Investition wäre und hervorragend ins Portfolio passen würde.

    Im Finanzsektor setzt Buffett vor allem auf Goldman Sachs. Hier hat er seinen Anteil um satte 21% ausgebaut. Darüber hinaus kaufte er bei Bankcorp zu. Auch der israelische Pharma-Hersteller Teva blieb oben auf Buffetts Einkaufsliste. Hier war Buffett erst vor wenigen Monaten eingestiegen und hat seinen Anteil um 6,7% auf 43,2 Mio. Aktien aufgestockt.

    Teva war bislang ein gutes Investment für den Börsen-Altmeister. Seit Jahresbeginn legte die zuvor deutlich unter Druck stehende Aktie bereits um rund 26% zu. Bei Teva schlug Buffett einmal mehr bei einem Unternehmen zu, das viele andere Investoren auf der Verkaufsliste hatten. Buffett liebt Situationen, wenn andere Investoren in Panik verkaufen.

    Hier stand Buffett auf der Verkäuferseite

    Buffett hat im 2. Quartal dieses Jahres aber nicht nur gekauft, sondern auch Positionen abgebaut. So beispielsweise bei der US-Bank Wells Fargo, IBM, United Continental und Philips 66. Nach der Reduzierung seines Philips-66-Anteils um 24% beteuerte er aber, dass er dem Unternehmen als langfristiger Investor erhalten bleibe.

    Ein Grund für die Verkäufe: US-Unternehmen kaufen im großen Stil eigene Aktien zurück und vernichten diese. Dadurch steigt der Anteil von Buffett am Unternehmen. Wenn er nicht bestimmte Marken überschreiten will, muss er in diesen Fällen Teilpakete verkaufen.

    Abschließend noch einmal meine Einschätzung: Die Berkshire-B-Aktie ist und bleibt aus meiner Sicht ein solides Basisinvestment am amerikanischen Aktienmarkt. Speziell in schlechten Marktphasen überzeugt Buffett mit seiner Value-Strategie.

  • 13.08.2018 19:55

    Warren Buffett: Berkshire Hathway schafft Gewinnsprung

    Während in Europa die Investoren vor den Folgen der Türkei-Krise zittern, läuft in den USA das normale Tagesgeschäft weiter. Die aktuellen Quartalszahlen stehen im Mittelpunkt. Und eine Börsenlegende, die fast jeder von Ihnen kennt, hat erneut erstklassige Zahlen geliefert.

    Vor wenigen Tagen hat Berkshire Hathaway, die Investment-Holding von Börsenlegende Warren Buffett, aktuelle Zahlen vorgelegt. Buffett hat seine Aktionäre dabei einmal mehr mit glänzenden Zahlen verwöhnt.

    Im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres steigerte Berkshire den Umsatz um 9% auf 62 Mrd. US-Dollar. Der operative Gewinn legte deutlich überproportional um satte 67% auf 6,9 Mrd. US-Dollar zu. Insbesondere das für Berkshire wichtige Versicherungsgeschäft rund um den Branchenriesen Geico entwickelte sich deutlich besser als im Vorjahreszeitraum.

    Aber auch die meisten anderen Geschäftsbereiche (wie etwa die Frachteisenbahn BNSF) konnten deutlich zulegen. Insgesamt gehören Berkshire aktuell rund 90 Unternehmen. Hinzu kommen Aktienpakete an diversen börsennotierten Konzernen wie etwa Coca-Cola, American Express oder Kraft Heinz.

    Prall gefüllte Kasse

    Der Nettogewinn von Berkshire Hathaway lag im abgelaufenen Quartal bei 7,3 Mrd. US-Dollar. Dieser Wert hat sich im Vergleich zum Vorjahr sogar annähernd verdreifacht. Das lag aber vor allem an einer Umstellung der Bilanzierung. Buffett stellte klar, dass das Ergebnis des jüngsten Quartals daher irreführend sein könne.

    Am Ende des zurückliegenden Quartals verfügte Berkshire über liquide Mittel im Wert von gut 111 Mrd. US-Dollar! In Anbetracht der enormen Cashreserven, über die Buffett derzeit verfügt, erwarten viele Investoren bald den nächsten größeren Zukauf, vielleicht sogar einen neuen Rekorddeal.

    Seit der gut 30 Milliarden Dollar teuren Übernahme des Flugzeugteilebauers Precision Castparts im Jahr 2016 hat Berkshire Hathaway keinen größeren Zukauf mehr getätigt. Die Zeit ist wieder reif.

    Berkshire Harthaway lockert Bestimmungen für Aktienrückkäufe

    Berkshire hat kürzlich die Bedingungen für Aktienrückkäufe gelockert. Gemäß der neuen Regelung, die vom Aufsichtsrat abgesegnet und vor einiger Zeit auf der Internetseite des Unternehmens veröffentlicht wurde, können künftig jederzeit Aktienrückkäufe getätigt werden, wenn Buffett und sein Partner Charlie Munger der Meinung sind, dass der Rückkaufkurs unter Berkshires Substanzwert liegt. Voraussetzung ist, dass diese Einschätzung konservativ getroffen wird.

    Zuvor waren Aktienrückkäufe bei Berkshire Hathaway strenger reguliert und nur dann erlaubt, wenn der Rückkaufkurs nicht mehr als 20% über dem Buchwert der Berkshire-Aktie lag. Ein weitere Bestandteil der neuen Regelung: Der Cashbestand von Berkshire darf nicht durch Aktienrückkäufe unter die Marke von 20 Mrd. US-Dollar gedrückt werden. Davon ist Berkshire aktuell mit über 100 Mrd. US-Dollar jedoch weit entfernt.

    Der Vorteil von Aktienrückkäufen: Wenn ein Unternehmen eigene Aktien zurückkauft und diese anschließend aus dem Verkehr zieht, muss der Gewinn auf weniger Aktien verteilt werden. Das bedeutet: Selbst dann, wenn der Gewinn stagnieren sollte, sinkt das Bewertungsniveau, weil der stagnierende Gewinn auf weniger Aktien verteilt werden muss und somit der Gewinn je Aktie steigt.

    Meine Einschätzung zur Berkshire-Aktie: Die Berkshire-B-Aktie (ist auch für den nicht ganz so vollen Geldbeutel erschwinglich), ist und bleibt aus meiner Sicht ein solides Basisinvestment am amerikanischen Aktienmarkt.

  • 09.08.2018 20:00

    Grammer: Investor aus China gewinnt Übernahmekampf

    Der Übernahmekampf um den im SDax notierten deutschen Autozulieferer Grammer ist entschieden. Der chinesische Autozulieferer Jifeng hat sich gegen die bosnische Unternehmerfamilie Hastor durchgesetzt.

    Die von Familie Hastor kontrollierte Investmentgesellschaft Cascade hat das Angebot von Jifeng angenommen und bis auf eine kleine Stückzahl sämtliche Grammer-Aktien zum Kauf angeboten. Das hat Cascade am gestrigen Abend mitgeteilt.

    Die Hastors waren zuletzt mit rund 19% an Grammer beteiligt. Nach Angaben des Unternehmens Grammer kam Jifeng zuletzt mit den zum Kauf eingereichten Grammer-Aktien auf einen Anteil von 46%.

    Über das Übernahmeangebot von Jifeng in Höhe von 60 Euro je Grammer-Aktie hatte ich bereits im Mai hier im Schlussgong berichtet. Dieses Übernahmeangebot hatte Familie Hastor zunächst als zu niedrig abgewiesen und sah den fairen Wert je Grammer-Aktie stattdessen bei mindestens 85 Euro. Daher erwog die Familie Hastor zunächst sogar einen Ausbau der Grammer-Beteiligung.

    Nun hat es sich die bosnische Unternehmerfamilie also anders überlegt und verkauft einen Großteil ihrer Grammer-Aktien doch für 60 Euro das Stück an Jifeng. Dazu teilte Familie Hastor mit: „Angesichts des bestehenden Aktienanteils der chinesischen Unternehmensgruppe Ningbo Jifgeng (…) ist es für Cascade auf absehbare Zeit nicht mehr möglich, die ursprünglichen Ziele zu erreichen.“

    Laut Hastor sei der Preis von 60 Euro je Grammer-Aktie nach wie vor zu niedrig. Die kaufmännische Vernunft gebiete es aber, nicht mehr weiter an dem Engagement bei Grammer festzuhalten. Grammer hat sich damit endgültig und mit Hilfe des chinesischen Partners aus dem „Würgegriff“ der Familie Hastor befreit.

    Hintergründe des Übernahmekampfes

    Kommen wir zum Abschluss noch einmal kurz zu den Hintergründen des Übernahmekampfes um Grammer: Im vergangenen Jahr versuchte die Unternehmerfamilie Hastor, Einfluss auf Grammer zu nehmen und wollte unter anderem den Vorstands-Chef absetzen. Darüber hinaus wurden Veränderungen im Aufsichtsrat angestrebt.

    Grammer wehrte sich dagegen und suchte sich einen starken Partner. Diesen fand man in dem chinesischen Autozulieferer Jifeng. Im Mai dieses Jahres haben Grammer und Jifeng eine Investorenvereinbarung unterzeichnet.

    Im Zuge dieser Vereinbarung wurde eine vertiefte Kooperation besiegelt. Gleichzeitig haben die Chinesen angekündigt, den Grammer-Aktionären ein Übernahmeangebot zu unterbreiten. Pro Grammer-Aktie soll es 60 Euro geben und zusätzlich eine Dividende in Höhe von 1,25 Euro je Euro. Vereinbart wurde außerdem der Erhalt der Standorte und der Arbeitsplätze.

    Mit der gestrigen Meldung, dass Familie Hastor den Großteil ihrer Grammer-Anteile an die Chinesen verkauft, ist dieses Kapitel wohl endgültig abgeschlossen. Grammer hat es erfolgreich geschafft, sich gegen eine feindliche Übernahme durch die bosnische Unternehmerfamilie durchzusetzen und baut auf eine freundliche Übernahme durch die Chinesen.

    Meine Einschätzung zur Grammer-Aktie: Auf dem aktuellen Kursniveau ist die Grammer-Aktie aus fundamentaler Sicht fair bewertet. Auf längere Sicht sind aber höhere Kurse möglich, wenn die Chinesen alle Grammer-Aktien besitzen möchten und dafür einen strategischen Aufpreis zahlen.

  • 08.08.2018 20:11

    Tesla: Übernahme oder heiße Luft?

    Wenn Sie das Börsenwort des Jahres suchen, ist Twitter spätestens seit gestern ein heißer Kandidat. Nicht nur der US-amerikanische Präsident Donald Trump nutzt den Kurznachrichtendienst Twitter gerne und regelmäßig für spektakuläre Tweets (so werden die Kurznachrichten bei Twitter genannt), sondern auch der Milliardär und Tesla-Gründer Elon Musk.

    Gestern setzte er den wohl spektakulärsten seiner Tweets ab und schrieb: „Am considering taking Tesla private at $420. Funding secured.“ Das bedeutet frei übersetzt: „Ich denke darüber nach, Tesla für 420 US-Dollar je Aktie von der Börse zu nehmen. Die Finanzierung ist gesichert.“ Daraufhin schoss die Tesla-Aktie um rund 10% nach oben, bis der Handel mit der Tesla-Aktie einige Zeit später vorübergehend eingestellt wurde.

    Angefangen hatte alles mit einem Bericht der „Financial Times“, demzufolge Saudi Arabien sich mit seinem Staatsfonds in größerem Umfang an Tesla beteiligt hätte und inzwischen 3 bis 5% der Anteile an dem Elektroautobauer halten würde. Diese Nachricht gab der Tesla-Aktie auftrieb. Später folgte dann der eben zitierte Tweet von Tesla-Chef Musk.

    Weitere Details zu den Aussagen von Elon Musk

    Dann folgte ein Schreiben von Tesla. Darin heißt es: „Vorweg: Eine endgültige Entscheidung wurde noch nicht gefällt.“ Es soll darum gehen, ein Umfeld zu schaffen, in dem Tesla am besten arbeiten könne.

    Das Börsenumfeld ist dem Unternehmen bzw. Musk wohl zu turbulent geworden. Dazu passt folgende Aussage aus dem Schreiben von Tesla: „Als börsennotiertes Unternehmen sind wir wilden Schwankungen unseres Aktienkurses ausgeliefert, die eine große Ablenkung für alle sein können, die bei Tesla arbeiten.“ Darüber hinaus sorge die Pflicht, Quartalszahlen zu veröffentlichen, für enormen Druck.

    Dazu habe ich Ihnen in der vergangenen Woche erst geschrieben: Ich bin der Meinung, dass es ausreichen würde, wenn Unternehmen nur ihre Jahresbilanz und vielleicht noch ein unterjähriges Update veröffentlichen würden. Die Konzentration auf Quartalsbilanzen und die teils heftigen Schwankungen nach Veröffentlichung dieser sind nicht zielführend.

    Insofern verstehe ich Musk an dieser Stelle. Allerdings ist die Kritik von Musk an den Spekulanten, die auf den Niedergang von Tesla wetten und an der Wall Street allgemein schon etwas komisch. Schließlich hat Tesla in den vergangenen Jahren durch den Börsengang und spätere Kapitalerhöhungen viele Milliarden US-Dollar von Investoren eingesammelt, was ohne die Börse nie möglich gewesen wäre.

    Viele offene Fragen

    Abgesehen davon bleiben viele Fragen offen. Beispielsweise die, woher das Geld für den Börsenrückzug von Tesla kommen soll? Bei einem Kaufpreis von 420 US-Dollar je Aktie würde Tesla immerhin auf einen Wert von 82 Mrd. US-Dollar kommen. Musk ist reich, aber nicht so reich.

    Rechtsprofessor John C. Coffee von der Columbia Law School sagte dem Portal Yahoo Finance, dass Musk nach seiner gestrigen Ankündigung den Nachweis erbringen müsse, dass die Finanzierung stehe. Wenn er dies nicht belegen kann, so Coffee, riskiere er einen großen Rechtsstreit. Denn dann hätte Musk den Aktienkurs mit heißer Luft nach oben getrieben. Das könnte als Marktmanipulation ausgelegt werden.

    Auch ist die Frage interessant, was die US-amerikanische Börsenaufsicht SEC dazu sagt, dass Musk kursrelevante Nachrichten während der öffentlichen Börsenhandelszeiten via Twitter veröffentlicht und nicht als Ad-hoc-Mitteilung an alle Investoren.

    Eine weitere Frage, die ich mir stelle: Wie kommt Musk auf die in seinem ersten Tweet geäußerten 420 US-Dollar je Aktie und warum dieser Aufschlag? Damit hat er womöglich einen Börsenrückzug von Tesla unnötig verteuert. Und was passiert, wenn es nicht zum Börsenrückzug kommt und Tesla stattdessen demnächst eine Kapitalerhöhung durchführt?

    Kapitalbedarf dürfte bei Tesla angesichts der laufenden Verluste demnächst jedenfalls wieder einmal vorhanden sein. Sie sehen: Es gibt in dieser Sache im Augenblick mehr Fragen als Antworten. Ich bleibe für Sie am Ball.

  • 07.08.2018 19:46

    DAX-Schwergewicht BASF setzt auf 3D-Druck

    Gestern habe ich Ihnen hier im „Schlussgong“ von den jüngsten Zahlen des DAX-Konzerns BASF berichtet. Heute möchte ich auf ein Thema eingehen, das bislang im Zahlenwerk von BASF zwar noch keine allzu große Rolle spielt, von dem das Unternehmen zukünftig jedoch vermehrt profitieren wird.

    Es handelt sich dabei um den 3D-Druck. Nicht nur in der Industrie wird der 3D-Druck zukünftig eine immer wichtigere Rolle spielen, sondern auch in der Medizin. So ist es heute bereits möglich, Organe mittels 3D-Druck-Technologie herzustellen.

    Darüber hinaus hat BASF vor einiger Zeit zusammen mit Essentium eine 3D-gedruckte Beinprothese entwickelt. Diese soll durch den Einsatz von Druckmaterial mit Carbonfasern höchsten Beanspruchungen standhalten.

    Die Prothese soll die mechanisch stabilste 3D gedruckte Beinprothese auf dem Markt sein. BASF liefert im Wesentlichen das besondere Material (mit Carbonfasern verstärktes Ultramid), das dafür nötig ist. Warum aber hilft BASF dabei, Beinprothesen via 3D-Druck herzustellen und was ist der Vorteil von Beinprothesen aus dem 3D-Drucker?

    Der Vorteil liegt auf der Hand: Zusammen mit 3D-Scans können perfekt angepasste Prothesen für jeden Patienten hergestellt werden. Die aufwendige, sehr langsame und daher sehr teure händische Bearbeitung entfällt größtenteils.

    Dadurch sollen die Kosten für Prothesen langfristig deutlich sinken. Den so entstehenden Markt wollen BASF und Essentium mit dem Unternehmen Trifusion Devices abdecken.

    BASF stellt zusammen mit Reebok Schuhe mittels 3D-Druck her

    Mehrere große Schuhhersteller haben sich in den vergangenen Jahren dem 3D-Druck zugewandt. So hat der Schuhhersteller Reebok den sogenannten Liquid Speed-Schuh auf den Markt gebracht, der mit einer von BASF entwickelten Flüssigkeit einen Rahmen direkt auf den Schuh zieht. Dies ermöglicht eine engere Passform und ermöglicht zudem ein innovatives Design.

    Auf längere Sicht aber noch wichtiger: Dadurch werden die Produktionskosten gesenkt, da Prozesse vereinfacht werden und mehr Automatisierung möglich ist. Da die Zusammenarbeit zwischen BASF und Reebok in der Vergangenheit offenbar gut funktionierte, arbeiten beide nun zusammen an neuen Schuhmodellen.

    Meine Einschätzung zur BASF-Aktie

    Abschließend möchte ich Ihnen noch eine aktuelle Einschätzung zur BASF-Aktie mit auf den Weg geben. Wie Sie heute erfahren haben, ist BASF in einem aus meiner Sicht wichtigen Zukunftsmarkt – dem 3D-Druck – tätig und damit nicht nur ein „langweiliges“ Chemieunternehmen. Aber auch das bisherige Stammgeschäft des Unternehmens wird zukünftig zu weiterem Umsatz- und Ergebniswachstum führen.

    Darüber hinaus werden die Veränderungen in der Öl- und Gassparte und die Zukäufe von Bayer (darüber habe ich gestern berichtet) dem Unternehmen und damit auch der BASF-Aktie helfen. Es ist daher aus meiner Sicht nur eine Frage der Zeit, bis wir dreistellige Kurse sehen werden (bislang gelang nie der Sprung über die 100-Euro-Marke). Zusätzlich gibt es jedes Jahr eine attraktive Dividende.

  • 06.08.2018 20:13

    DAX30: BASF bestätigt nach soliden Zahlen die Jahresprognose

    So schnell geht das: Die aktuelle Berichtssaison neigt sich schon wieder dem Ende zu. Die meisten der im deutschen Leitindex DAX gelisteten Unternehmen haben inzwischen ihr jüngstes Zahlenwerk vorgelegt. Vor wenigen Tagen tat dies auch der Chemie-Riese BASF.

    Der Umsatz von BASF stieg im 2. Quartal dieses Jahres um 3% auf 16,8 Mrd. Euro. Und es wäre sogar noch mehr geworden, wenn nicht ungünstige Wechselkursentwicklungen gebremst hätten. Ursächlich für das Wachstum waren nach Unternehmensangaben Absatzwachstum und Preissteigerungen in fast allen Segmenten.

    Der um Sondereinflüsse bereinigte operative Gewinn (bereinigtes EBIT) legte überproportional um 5% auf 2,36 Mrd. Euro zu. Hier geht der Anstieg maßgeblich auf das starke Öl- und Gasgeschäft zurück. Wenn Sie die Stärke des Ölpreises im 1. Halbjahr 2018 betrachten, wird Sie das nicht überraschen.

    Die Entwicklung der einzelnen Segmente

    Das Chemikaliengeschäft, das zuletzt unter Wettbewerbsdruck stand, legte beim Umsatz zwar um 2% zu, dafür verringerte sich das bereinigte operative Ergebnis um 4%. Auch im Bereich der Spezialchemie hatte BASF zuletzt einige Probleme. Dieses Geschäft will das BASF-Management noch im laufenden Jahr auf Kurs bringen.

    Das Segment Functional Materials & Solutions, in dem unter anderem Batteriematerialien, Autolack und Katalysatoren hergestellt werden, lag beim Ergebnis unter dem hohen Vorjahreswert. Der Bereich Performance Products, der Vitamine, Pharmawirkstoffe und ähnliches beinhaltet, verlor beim Umsatz leicht, legte dafür aber beim Ergebnis etwas zu.

    Belastet wurde das Zahlenwerk laut BASF-Chef Martin Brudermüller unter anderem durch höhere Rohstoffkosten im Bereich Spezialchemie, die noch nicht an die Kunden weitergegeben werden konnten und ungünstige Währungseffekte. Daneben gab es noch einige kurzfristige Belastungsfaktoren. Unter dem Strich legte BASF jedoch solide Zahlen vor und bestätigte die zuvor gegebene Prognose für das Gesamtjahr.

    Veränderungen im Portfolio von BASF

    Der angekündigte Zusammenschluss des Öl- und Gasgeschäfts mit Dea zieht sich noch ein wenig hin. Das BASF-Management geht nun von einer Unterzeichnung der Verträge in den nächsten Wochen aus. Mit einem Abschluss der Transaktion könnte dann im 1. Quartal 2019 gerechnet werden. Diese Transaktion ist positiv für BASF und damit auch für die BASF-Aktionäre.

    Für BASF stehen in naher Zukunft noch weitere Veränderungen an. Noch in diesem Monat soll der Erwerb des Saatgut- und Pflanzenschutzgeschäfts von Bayer für 7,6 Mrd. Euro unter Dach und Fach gebracht werden.

    Die Finanzierung dafür ist laut BASF-Finanzchef Hans-Ulrich Engel bereits gesichert. Der Finanzierungsaufwand (Zinsbelastung) liegt bei unter 1%. Aus meiner Sicht ist BASF damit  der große Gewinner der Monsanto-Übernahme durch Bayer.

    Ausblick: Morgen erfahren Sie, welche Rolle BASF in Sachen 3D-Druck spielt und warum ich überzeugt von diesem Wachstumsmarkt bin. Darüber hinaus erfahren Sie meine persönliche Einschätzung zur BASF-Aktie.

  • 02.08.2018 20:00

    Warum Quartalszahlen an der Börse mehr schaden als nützen

    Wir befinden uns derzeit mitten in der aktuellen Quartalsberichtssaison, in der die Unternehmen ihre Zahlen für das 2. Quartal des laufenden Jahres vorlegen. So hat beispielsweise gestern das DAX-Schwergewicht Volkswagen seine jüngste Quartalsbilanz vorgelegt (ich habe darüber gestern an dieser Stelle berichtet).

    Da die Marktteilnehmer in diesem Jahr ohnehin recht nervös sind (nach einen fast schon zu ruhigen Börsenjahr 2017), gab es am Aktienmarkt in den vergangenen Tagen und Wochen nach Vorlage der jüngsten Quartalszahlen teils deutliche Kursausschläge, wenn die Umsatz- und Gewinnprognosen verfehlt oder überboten wurden.

    Insbesondere bei kleineren Unternehmen können Abweichungen schnell zweistellige Kursreaktionen auslösen. Dabei ist zu beobachten, dass negative Abweichungen in der Regel stärker bestraft werden als positive Abweichungen belohnt werden. Diese unberechenbaren Kurssprünge bringen aus meiner Sicht völlig unnötige Schwankungen in den Markt. Daher bin ich kein Anhänger der Quartalszahlen.

    3 Monate sind zu kurz

    Mini-Zeiträume von nur 3 Monaten sind schlicht und einfach zu kurz, um eine fundierte Aussagekraft zu haben. Bei kleineren Unternehmen kann schon eine einzelne Auftragsverschiebung reichen, um Umsatz und Gewinn auf Quartalsebene zu beeinflussen.

    Oder denken Sie daran, dass Feiertage für Unternehmen ungünstig liegen können. Wenn in einem Quartal aufgrund von Feiertagen plötzlich 2 Arbeits- und Verkaufstage fehlen, beeinflusst das die Zahlen. Zahlen für das gesamte Geschäftsjahr sind elementar wichtig, Halbjahreszahlen sind in kurzer Form ein hilfreicher Zwischen-Check, aber 3-Monats-Zahlen braucht kein Mensch. Die Aussagekraft ist viel zu gering.

    Mein zweiter Kritikpunkt: Der Aufwand ist für die Unternehmen viel zu groß. Jeder Quartalsbericht bindet Management-Kapazitäten und blockiert Verwaltungseinheiten in den Unternehmen. In der Buchhaltung kann man sich oft nur noch von Quartal zu Quartal hangeln. Es fehlt dann die Zeit für das eigentliche operative Geschäft.

    Und der wichtigste Kritikpunkt: Die Unternehmen werden faktisch gezwungen, eine falsche Perspektive zu wählen. Da die Aktienmärkte (leider) so stark auf die Quartalszahlen achten, steht in vielen Unternehmen das Erreichen der 3-Monats-Ziele im Vordergrund.

    Maßnahmen, die diese Ziele gefährden, werden verdrängt. Ein Zeithorizont von 3 Monaten kann aber nicht für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung entscheidend sein. Das Management muss die nächsten Jahre, bei großen Investitionen Jahrzehnte, im Blick haben, nicht die kommenden 12 Wochen.

    Das Gegenteil von gut ist gut gemeint

    Auch an der Börse gilt: Das Gegenteil von gut ist gut gemeint! Die Quartalsberichte der Unternehmen sollten ein schöner Extra-Service für Sie als Aktionäre sein, verändern aber im hektischen Internet-Zeitalter, wo Börsenentscheidungen zum Teil in weniger als 1 Sekunde getroffen werden, zu stark den Blickwinkel.

    Die Kritik an der „Quartals-Denke” wird auch in den Unternehmen lauter. In diesem Jahr haben sich Warren Buffett, der legendäre Chef der Beteiligungsgesellschaft Berkshire Hathaway und Jamie Dimon, Chef der einflussreichen US-Bank JP Morgan, an die Spitze der Bewegung gesetzt.

    Eine konkrete Maßnahme: Buffett und Dimon legen zwar weiterhin Quartalszahlen vor, verzichten jedoch darauf, Quartalsprognosen abzugeben. Das ist zumindest ein erster Schritt in die richtige Richtung. Buffett begründet auch seine kritische Haltung: „Wenn es Managern nur noch darum geht, die gesetzten Zahlen zu erreichen, handeln sie oft nicht im langfristigen Interesse des Unternehmens.”

    Sie als Privatanleger können den Wahn der Quartalszahlen nicht stoppen, aber Sie können die Zahlen mit mehr Gelassenheit betrachten. Schon das sorgt für etwas mehr Ruhe und mehr Nachhaltigkeit bei der Geldanlage. Daher mein Rat: Legen Sie nicht jeden Quartalsbericht (egal ob gut oder schlecht) auf die Goldwaage.

  • 01.08.2018 19:13

    VW trotz Diesel-Skandal mit Rekordergebnis

    Negativ-Schlagzeilen in Serie und Rekordgewinne müssen sich nicht ausschließen, wie Sie jetzt im Schlussgong erfahren werden. Der Volkswagen-Konzern hat heute seine aktuellen Quartalszahlen vorgelegt und verdiente im 2. Quartal des laufenden Geschäftsjahres vor Sondereinflüssen, Zinsen und Steuern 5,6 Mrd. Euro, was einer Steigerung von satten 22,7% gegenüber dem Vorjahr entspricht.

    Damit übertrafen die Wolfsburger zugleich auch die Erwartungen der Analysten. Im Schnitt hatten die Experten im Vorfeld nur mit einem bereinigten operativen Gewinn von knapp 5 Mrd. Euro gerechnet. Beim Umsatz legte VW um 3,4% auf gut 61 Mrd. Euro zu.

    Ursächlich für den Erfolg von VW im zurückliegenden Quartal waren vor allem ein weiter schwungvoller weltweiter Verkauf sowie insbesondere die hohe Nachfrage nach teuren und margenstarken Geländewagen (SUVs).

    Sonderkosten belasten den Nettogewinn

    In den Monaten April bis Juni dieses Jahres verbuchte VW für die Bewältigung der Dieselaffäre weitere 1,6 Mrd. Euro an Sonderkosten. Die Staatsanwaltschaft Braunschweig hatte den Konzern im Juni mit einer Geldbuße von 1 Mrd. Euro belegt.

    Darüber hinaus legte der weltweit führende Autokonzern 600 Mio. Euro für Rechtsrisiken im Zusammenhang mit der Aufarbeitung der Abgasmanipulation bei Dieselfahrzeugen zurück. Diese Sonderkosten sorgten dafür, dass VW unter dem Strich auf einen Nettogewinn von 3,3 Mrd. Euro kam, was allerdings noch immer einer Steigerung von 6,8% im Vergleich zum 2. Quartal des Geschäftsjahres 2017 entspricht.

    Der neuerliche Rekordgewinn und ein üppiges Liquiditätspolster aus dem Kerngeschäft in Höhe von mehr als 26 Mrd. Euro sorgen dafür, dass der Volkswagen-Konzern die Belastungen aus dem Diesel-Skandal gut verkraften kann. Gleichwohl dürften noch weitere Aufwendungen in Milliardenhöhe auf den Konzern zukommen.

    Dazu könnten auch Schadenersatzforderungen von Investoren kommen, die im Zuge des Abgasskandals hohe Kursverluste erlitten hatten. Vor dem Oberlandesgericht in Braunschweig beginnt im kommenden Monat ein Musterverfahren, bei dem es um Ansprüche in Höhe von fast 4 Mrd. Euro geht.

    Es steht ein schwieriges 2. Halbjahr bevor

    Nach einem guten 1. Halbjahr wird das Unternehmen im 2. Halbjahr wohl kleinere Brötchen backen müssen. VW-Finanzchef Frank Witter sprach von einem „volatilen“ 2. Halbjahr, das wegen der neuen Abgasnorm WLTP zu erwarten sei.

    VW-Chef Herbert Diess verwies zudem auf den drohenden Handelskrieg zwischen der EU, den USA und China: „Auch der wachsende Protektionismus stellt die global vernetzte Automobilindustrie vor große Herausforderungen.“

    Dennoch mache ich mir um die finanzielle Zukunft des Volkswagen-Konzerns keine Sorgen. Daher halte ich es auch für angebracht, dass der Konzern die Opfer der kriminellen Abgasmanipulationen auch hierzulande (so wie in den USA bereits geschehen) angemessen entschädigt.

    Geld genug ist nicht zuletzt aufgrund des jüngsten Rekordgewinns vorhanden. Es wäre eine Kundenbindungsmaßnahme für treue Stammkunden, die von VW enttäuscht wurden. Kurzfristig könnte diese Maßnahme den Aktienkurs belasten, aber mittel- und langfristig sind zufriedene Stammkunden eine größere Kursstütze.

  • 31.07.2018 20:37

    PWO überzeugt mit guten Halbjahreszahlen

    Der mittelständische Autozulieferer Progress-Werk Oberkirch (PWO) hat heute seine Zahlen für das 1. Halbjahr 2018 vorgelegt. Das Unternehmen konnte trotz Diesel-Skandal und Handelsstreitigkeiten bei nahezu allen Kennzahlen zulegen; teils sogar sehr deutlich.

    Bevor wir uns gleich die Zahlen im Detail anschauen, stelle ich Ihnen das Geschäftsmodell von PWO kurz vor, da es sich bei diesem Unternehmen, im Vergleich zu den größeren Konkurrenten Continental, Schaeffler, Hella, Leoni und Co., um einen eher unbekannten deutschen Autozulieferer handelt.

    PWO ist der Leichtbau-Spezialist unter den Autozulieferern

    PWO ist ein nach eigenen Angaben weltweit führender Entwickler und Hersteller von Metall-Komponenten und Systemen in Leichtbauweise. Das Unternehmen wurde bereits im Jahr 1919 gegründet und hat in seiner fast 100-jährigen Geschichte ein großes Know-how in der Umformung und Verbindung von Metallen aufgebaut.

    Sämtliche der mehr als 1.000 Produkte von PWO dienen der Sicherheit und dem Komfort im Automobil. Mehr als 90% des Umsatzes sind unabhängig von der Art des Fahrzeugantriebs (PWO ist also nicht vom Verbrennungsmotor abhängig). Das Unternehmen beschäftigt weltweit rund 3.400 Mitarbeiter auf 3 Kontinenten, an 5 Produktions- und 4 Montagestandorten.

    PWO ist Partner der globalen Automobil-Industrie für Entwicklung und Produktion innovativer Produkte in den Bereichen „Mechanische Komponenten für Elektrik und Elektronik“, „Sicherheits-Komponenten für Airbag, Sitz und Lenkung“ sowie „Komponenten und Subsysteme für Karosserie und Fahrwerk“.

    PWO legt im 1. Halbjahr 2018 in nahezu allen Bereichen zu

    Kommen wir nun zu den heute veröffentlichten Zahlen: PWO legte im 1. Halbjahr 2018 beim Umsatz um 6,7% auf 248,7 Mio. Euro zu. Währungsbereinigt konnte der Umsatz sogar um 9,2% gesteigert werden.

    Der operative Gewinn (EBIT) vor Währungseffekten stieg von 12,3 auf 13,5 Mio. Euro (+9,8%). Inklusive der Währungseffekte legte das EBIT von 10,4 auf 13,7 Mio. Euro zu (+31,7%). Der Nettogewinn verbesserte sich von 5,9 auf 7,2 Mio. Euro, was ein deutliches Plus von 22% bedeutet.

    „Wir liegen im 1. Halbjahr insgesamt auf Planniveau und auf Kurs, unsere Ziele für das laufende Geschäftsjahr zu erreichen“, teilte das Unternehmen im Rahmen der Vorlage der Halbjahreszahlen mit.

    Vorausgesetzt es kommt zu keiner gravierenden Abschwächung des konjunkturellen Umfelds, sollen im Gesamtjahr 2018 ein Umsatz von 500 Mio. Euro und ein EBIT vor Währungseffekten von 25 bis 26 Mio. Euro erreicht werden.

    Das würde beim Umsatz ein Plus von 8,5% im Vergleich zum Vorjahreswert von 461 Mio. Euro bedeuten und beim um Währungseffekte bereinigten EBIT ein Plus von bis zu 11,1% im Vergleich zum Vorjahreswert von 23,4 Mio. Euro.

    Meine Einschätzung: Aus meiner Sicht ist die PWO-Aktie weiterhin einen Blick wert. Denn die Produkte und technischen Lösungen von PWO werden unabhängig von der Antriebsform eines Fahrzeugs benötigt, weil das Thema Leichtbau beim Bau von Automobilen immer eine Rolle spielt (weniger Energieverbrauch). Darüber hinaus ist die Bewertung von PWO aktuell vergleichsweise günstig, da der Aktienkurz zuletzt unter der schlechten Branchenstimmung gelitten hat.