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Aktuelle Artikel
  • 22.11.2017 20:54

    Viscom: Starkes Wachstum und mehr als 100% Kursplus seit Jahresbeginn

    Starke Konjunkturdaten drückten heute im Tagesverlauf die Aktienkurse im Euro-Raum nach unten. Das klingt unlogisch, da die gute Wirtschaftsentwicklung positiv für die Unternehmen ist, doch an der Börse kann (fast) jedes Argument umgedreht werden. Heute lautete das Verkaufs-Argument: Die Konjunktur im Euro-Raum läuft sehr gut und das beflügelt den Euro-Kurs. Ein zu starker Euro kann jedoch zukünftig die Export-Werte bremsen.

    Die negativen Marktreaktionen auf an sich positive Nachrichten zeigen Ihnen, dass die Investoren noch nervös sind. Der DAX hat den Kampf um die runde 13.000-Punkte-Marke noch nicht gewonnen. Blicken wir daher heute im „Schlussgong“ auf einen interessanten Nebenwert, der nicht von der DAX-Schwäche belastet wird.

    Das Unternehmen Viscom dürfte nur den wenigsten von Ihnen bekannt sein. Doch aus meiner Sicht sollten Sie dieses Unternehmen unbedingt kennen. Denn erstens ist Viscom in einem dynamisch wachsenden Geschäftsfeld tätig und zweitens (das hängt stark mit Punkt eins zusammen) kommt die Viscom-Aktie seit Jahresbeginn auf ein Kursplus von mehr als 100%.

    Viscom hat erst vor wenigen Tagen aktuelle Zahlen vorgelegt, die eindrucksvoll untermauern, wie dynamisch das Geschäft des Unternehmens wächst. Bevor ich mich jedoch ausführlich den Zahlen widme, stelle ich Ihnen die Viscom AG vor, da ich – wie eingangs schon geschrieben – davon ausgehe, dass nur wenige von Ihnen das Unternehmen kennen.

    Viscom: Unternehmen und Geschäftsmodell im Überblick

    Das Unternehmen Viscom wurde 1984 gegründet und ist in Hannover ansässig. Viscom entwickelt, fertigt und vertreibt hochwertige Inspektionssysteme. Das Produktportfolio umfasst die komplette Bandbreite der optischen Inspektion und Röntgenprüfung, insbesondere für den Bereich der elektronischen Baugruppen.

    Viscom-Systeme werden überall dort eingesetzt, wo eine 100%ige automatische Inspektion von elektronischen Baugruppen erforderlich ist, zum Beispiel in der Fertigung von Industrieelektronik, der Produktion von Automobilelektronik und in der Luft- und Raumfahrttechnik.

    Viscom ist weltweit einer der führenden Anbieter in diesem Segment. Namhafte Kunden weltweit vertrauen auf die Erfahrung und die Innovationskraft des Unternehmens.

    Extrem starkes Wachstum in diesem Jahr

    Die Viscom AG hat einen sehr starken Geschäftsverlauf in allen Vertriebsregionen im 1. Halbjahr 2017 präsentieren können. Diese überaus positive Entwicklung setzte sich auch im dritten Quartal des aktuellen Geschäftsjahres fort.

    Viscom steigerte den Auftragseingang in den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres um 14,8% auf 57,33 Mio. Euro. Der Umsatz stieg um 27,1% auf 50,76 Mio. Euro. Der operative Gewinn (EBIT) legte deutlich überproportional zum Umsatz um 134,2% auf 9,63 Mio. Euro zu. Die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von 8,1 auf extrem starke 14,9%.

    Ausblick zur Viscom-Aktie

    Zum Ausblick für das Gesamtjahr äußerte sich das Unternehmen Viscom wie folgt: „Aufgrund dieser Entwicklungen, den unternehmerischen Strukturen und Strategien ist das Management überzeugt, die gesteckten Ziele für das Geschäftsjahr 2017 zu erreichen.“ Und weiter: „Daher wird die bereits gesetzte Jahresprognose mit einem Umsatz zwischen 87 und 92 Mio. Euro bei einer EBIT-Marge von 14 bis 16% bestätigt.“

  • 21.11.2017 20:55

    3-D-Druck: Chemiebranche als wichtiger Zulieferer

    Die Aktienkurse konnten heute mehrheitlich zulegen. Die Kritiker fragen sich: Was sollen die zukünftigen Kurstreiber sein? Die eine entscheidende Erfindung ist nicht in Sicht, aber viele interessante Trends, die für neuen Schwung sorgen können. Denken Sie an Themen wie Industrie 4.0 und den 3-D-Druck. Hier im „Schlussgong“ werde ich für Sie in den kommenden Wochen und Monaten einige wichtige Wachstumstreiber unter die Lupe nehmen.

    Der 3-D-Druck ist einer der wichtigsten Zukunftstrends in der Industrie. Doch 3-D-Druck ist beileibe keine reine Zukunftsvision mehr. In zahlreichen industriellen Anwendungsgebieten kommt die 3-D-Druck-Technologie schon heute zum Einsatz.

    Und so wird auch der Markt für Verbrauchsmaterialien rund um den 3-D-Druck immer wichtiger. Die steilen Wachstumsraten mit Spezialkunststoffen und Metallpulver für die additive Fertigung sorgen dafür, dass der Markt für Verbrauchsmaterialien bereits jetzt an der Milliardenmarke kratzt.

    Nach Berechnungen des 3-D-Druck-Marktforschers Wohlers Associates stieg der Umsatz mit Druckmaterialien bereits im vergangenen Jahr um 17% auf 903 Mio. US-Dollar. Dieses Jahr soll er ähnlich dynamisch anziehen wie in 2016.

    Daher drängen verständlicherweise seit einiger Zeit vermehrt die großen Chemiekonzerne wie BASF und Evonik in diesen Markt.

    Größerer Hardwaremarkt als Basis für steigende Materialumsätze

    Die Marktforscher von Wohlers Associates haben ebenfalls ermittelt, dass der Hardwareumsatz – also der Umsatz mit 3-D-Druckern – bereits im Jahr 2012 die Milliardenmarke überschritten hat und inzwischen global bei 2,7 Mrd. US-Dollar liegt.

    Je stärker die Basis der verkaufen 3-D-Drucker und installierten Maschinen zur additiven Fertigung (werden ebenfalls häufig als 3-D-Drucker bezeichnet), desto größer ist die Basis für steigende Umsätze mit Verbrauchsmaterialien.

    Heißt: Nicht nur die Hersteller von 3-D-Druckern bzw. von Maschinen zur additiven Fertigung profitieren vom zunehmenden Einsatz der Technologie, sondern auch die Hersteller der Verbrauchsmaterialien.

    BASF will über günstige Preise Marktanteile gewinnen

    Der Ludwigshafener Chemieriese und DAX-Konzern BASF will nicht nur mit der engen Entwicklungszusammenarbeit mit den Industriekunden punkten, sondern auch über den Preis.

    „Wir rücken in den Vordergrund, dass der Einsatz des 3-D-Drucks für die Kunden auch jetzt schon wirtschaftlich sinnvoll ist. Deshalb bieten wir unsere Produkte für die additive Fertigung deutlich günstiger an als die Konkurrenz“, so BASF-Manager Stephan Edelmann, der bei BASF die 3-D-Druck-Anwendungstechnik leitet, gegenüber der „Börsen-Zeitung“.

    Beliefern will BASF unter anderem Hersteller von Sportschuhen sowie die Automobilindustrie. BASF helfe schon heute einigen Autoherstellern und Zulieferern dabei, mit Hilfe des technischen Kunststoffs Polyamid 6 Teile für den Motorinnenraum zu drucken.

    Gut unterwegs in dem Bereich ist aber auch der kleinere deutsche BASF-Konkurrent Evonik, der in diesem Bereich schon einige vielversprechende Kooperationen gestartet hat. Beide Chemiekonzerne stehen auf der Empfehlungsliste meines langfristig orientierten Börsendienstes „Der Depot-Optimierer“.

    Meine Favoriten aus dem Bereich 3-D-Druck finden Sie in meinem Börsendienst „Power-Depot“. Wenn Sie sich jetzt dazu entscheiden, diesen Dienst 30 Tage lang gratis und völlig unverbindlich zu testen, lesen Sie schon in der kommenden Woche eine ausführliche Analyse von mir zum Thema 3-D-Druck.

  • 20.11.2017 20:24

    ProSiebenSat1-Chef Ebeling kündigt Rücktritt an – Aktie steigt

    Das politische Machtvakuum bleibt uns in Deutschland erhalten: Die Sondierungsgespräche über ein buntes Jamaika-Bündnis sind geplatzt. Wie eine künftige Regierung aussehen könnte, steht wieder in den Sternen. An der Börse haben sich die Investoren einmal kurz geschüttelt, dann ging es mit dem DAX sogar nach oben. Selten passte der altgediente Spruch besser: Politische Börsen haben kurze Beine!

    Doch nicht nur in der deutschen Politik herrscht Chaos, auch ein DAX-Konzern sorgt für unterhaltsame Schlagzeilen. Bei dem Medienkonzern ProSiebenSat1 war zuletzt einiges los: Das Unternehmen passte zunächst vor eineinhalb Wochen den Finanzausblick für das laufende Jahr an (mehr dazu gleich). Dann bezeichnete der noch amtierende ProSiebenSat1-Chef Thomas Ebeling in einer telefonischen Analystenkonferenz einen Teil der Fernsehzuschauer von ProSieben und Sat1 als „ein bisschen fettleibig und ein bisschen arm“.

    Daraufhin gab es Gerüchte, dass Ebeling, dessen Vertrag ursprünglich noch bis 2019 gelaufen wäre, schon im kommenden Jahr das Unternehmen verlassen würde. Und genauso kam es dann auch.

    Gestern teilte der Medienkonzern mit, dass Ebeling ProSiebenSat1 nach der für den 22. Februar 2018 angesetzten Bilanzpressekonferenz für das Geschäftsjahr 2017 verlassen wird und dass sich der Vorstandsvorsitzende und der Aufsichtsrat der Gesellschaft darauf einvernehmlich verständigt haben.

    Zudem wurde Conrad Albert, Mitglied des Vorstands von ProsiebenSat1, zum stellvertretenden Vorstandsvorsitzenden ernannt. Das diene nach Unternehmensangaben vor allem dazu, für den Fall, dass der Nachfolger sein Amt nicht unmittelbar im Anschluss an die Bilanzpressekonferenz antreten kann, die Kontinuität im Unternehmen zu sichern und die Umsetzung der Strategie zu garantieren.

    ProSiebenSat1-Aktie und angepasste Prognose im Fokus

    Kommen wir nun zur ProSiebenSat1-Aktie und zu den Details zu der kürzlich angepassten Prognose. Die Aktie des im deutschen Leitindex DAX notierten Medienkonzerns ist in den vergangenen Monaten unter die Räder gekommen.

    Im Mai dieses Jahres notierte das Papier noch bei rund 42 Euro. In der Folge ging es bis Mitte November auf bis unter 25 Euro nach unten. Das bedeutet ein Minus von mehr als 40% innerhalb von nur 6 Monaten.

    Für den jüngsten Kurssturz sorgte die bereits angesprochene Nachricht, dass das Unternehmen seine Jahresprognose anpassen musste: Das Unternehmen rechnet nun für das Gesamtjahr 2017 mit einem Anstieg des Umsatzes im „mittleren einstelligen Prozentbereich“. Zuvor war das Unternehmen von einem Wachstum im „mindestens hohen einstelligen Prozentbereich“ ausgegangen.

    Darüber hinaus rechnet das Unternehmen vor dem Hintergrund der erwarteten Ergebnisentwicklung im 4. Quartal für das Gesamtjahr 2017 nun mit einer moderateren Ergebnisverbesserung als zuvor und geht davon aus, das Vorjahresniveau des bereinigten Gewinns vor Zinsen, Steuern Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) sowie des bereinigten Konzernjahresüberschusses jeweils nur leicht zu übertreffen.

    Zuvor hieß es, dass das bereinigte EBITDA und der bereinigte Konzernjahresüberschuss aus dem Vorjahr übertroffen werden sollen. Neu ist hier also der Zusatz „leicht“.

    Ausblick: Einstieg noch zu früh

    Die Tatsache, dass die ProSiebenSat1-Aktie heute deutlich spürbar zulegen konnte und der zweitgrößte Gewinner im DAX war, spricht klar dafür, dass die Meldung, dass Konzern-Chef Ebeling demnächst seinen Hut nimmt, vom Markt positiv aufgefasst wurde.

    Allerdings sollten zumindest etwas konservativere Anleger aus meiner Sicht zunächst abwarten, wer die Nachfolge von Ebeling antritt und wie sich der neue ProSiebenSat1-Chef dann schlägt, bevor sie bei dem Unternehmen einsteigen.

  • 16.11.2017 20:00

    Deutsche Euroshop: Starke Zahlen und Dividenden-Erhöhung

    Der Hamburger Shoppingcenter-Investor Deutsche Euroshop hat gestern seine Geschäftszahlen für die ersten 9 Monate des laufenden Jahres vorgelegt.

    Und damit konnte er aus meiner Sicht auf ganzer Linie überzeugen.

    Da die Deutsche Euroshop trotz ihrer Mitgliedschaft im MDax recht unbekannt ist (da in den Medien selten darüber berichtet wird), stelle ich Ihnen die Firma zunächst kurz vor.

    Erst im Anschluss daran werde ich mich dem aktuellen Zahlenwerk widmen.

    Deutsche Euroshop: Die Shoppingcenter AG

    Die Deutsche Euroshop wurde 1997 gegründet und hat ihren Sitz in Hamburg. Zuvor war der Sitz der Gesellschaft in Eschborn bei Frankfurt am Main.

    Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Deutschlands einzige Aktiengesellschaft, die ausschließlich in Shoppingcenter an erstklassigen Standorten investiert.

    Die Deutsche Euroshop ist zurzeit an 21 Einkaufscentern in Deutschland, Österreich, Polen, Tschechien und Ungarn beteiligt.

    Zum Portfolio gehören u. a. das Main-Taunus-Zentrum bei Frankfurt, die Altmarkt-Galerie in Dresden und die Galeria Baltycka in Danzig.

    Starke 9-Monats-Zahlen

    Kommen wir nun zu den bereits angesprochenen starken 9-Monats-Zahlen:

    • Der Umsatz stieg um knapp 6% auf 161,0 Mio. €.
    • Der operative Gewinn (EBIT) stieg überproportional zum Umsatz um rund 7% auf 140,2 Mio. €.
    • Der Netto-Gewinn (EBT) legte um über 18% auf 85,2 Mio. € zu.
    • Und der Gewinn je Aktie verbesserte sich von 1,34 auf 1,49 € (+11%)

    Die Funds from Operations (FFO / die wichtigste Kennzahl in der Immobilien-Branche) erhöhten sich von 1,74 € je Aktie auf 1,88 € (+8%).

    Willhelm Wellner, Vorstands-Sprecher der Deutsche Euroshop AG, kommentiert das Zahlenwerk wie folgt:

    „Insgesamt belegen die Zahlen unser weiterhin stabiles Geschäftsmodell, welches mit einem Vermietungsstand von rund 99% und einem diversifizierten Mix aus über 2.700 Mietverträgen gut aufgestellt ist.“

    Olaf Borkers, Mitglied des Vorstands, ergänzt:

    „Zu der positiven Gesamt-Entwicklung der Ergebnisse haben auch niedrigere Zinskosten beigetragen.

    Der durchschnittliche Zinssatz des Kredit-Portfolios verringerte sich im Jahresverlauf um 80 Basis-Punkte von 3,7 auf 2,9%.“

    Bei den Zinskosten sieht Borkers sogar noch weiters Einspar-Potenzial.

    Bestätigte Jahres-Prognose und stetige Dividenden-Steigerung

    Auf Basis der guten 9-Monats-Zahlen hält das Management der Deutsche Euroshop an seiner bisherigen Prognose für 2017 fest.

    Demnach wird ein Umsatz zwischen 216 und 220 Mio. € und ein operativer Gewinn (EBIT) von 187 – 191 Mio. € erwartet.

    Der Vorsteuer-Gewinn (EBT) soll ohne Bewertungs-Ergebnis (Änderungen in der Bewertung der im Bestand befindlichen Immobilien) einen Wert von 145 – 148 Mio. € erreichen.

    Die Funds from Operations (FFO) sollen zwischen 140 und 143 Mio. € bzw. zwischen 2,42 und 2,46 € je Aktie liegen.

    Die Dividende für das Geschäftsjahr 2017 (wird im Sommer 2018 ausgeschüttet) soll auf 1,45 € je Aktie erhöht werden.

    Das bedeutet auf Basis des aktuellen Kurses eine Dividendenrendite von sehr guten 4,4%.

    Spannend für dividendenorientierte Anleger ist auch, dass die Deutsche Euroshop seit 2012 jedes Jahr die Dividende um 5 Cent je Aktie angehoben hat und dies auch weiterhin tun will.

    Das bedeutet: Im Jahr 2019 liegt Ihre Dividendenrendite bei einer Ausschüttung von dann 1,50 € je Aktie und auf Basis des aktuellen Aktienkurses schon bei 4,6%.

    In den vergangenen Monaten ist der Aktienkurs trotz der positiven Nachrichten von knapp 40 auf 30 € gefallen. Nach Vorlage der 9-Monats-Zahlen klettert die Aktie wieder Richtung 33 €.

    Die Ängste der Anleger (Angst vor steigenden Zinsen und Angst vor einer Erhöhung der Leerstands-Quote) sind aus meiner Sicht übertrieben.

    Aktuell können Sie diesen Dividendenwert sogar unter dem Substanzwert kaufen.

  • 15.11.2017 21:05

    General Electric: Absturz eines Giganten

    Ein Blick auf die Kurs-Tafel zeigt uns auch heute: Die Aktienmärkte befinden sich dieser Tage im Rückwärtsgang.

    Der DAX rutschte heute zeitweise deutlich unter die 13.000-Punkte-Marke (Tages-Tief bei 12.847 Punkten), bevor eine leichte Erholung den Tages-Verlust begrenzte.

    Aktienmärkte momentan im Rückwärtsgang – Gesunde Korrektur

    Aktuell notiert der deutsche Leitindex mehr als 500 Punkte unter dem Monats- und Allzeithoch – kein Beinbruch aus meiner Sicht.

    Stattdessen handelt es sich dabei vielmehr um eine gesunde Korrektur.

    Diese kühlt den vorher leicht überhitzten Markt ab und sorgt dafür, dass wieder mehr Luft nach oben für eine Jahresendrally vorhanden ist.

    DAX-Anleger können daher aus meiner Sicht gelassen bleiben. Wie bereits im Januar geschrieben, erwarte ich am Jahresende einen DAX-Stand von rund 13.000 Punkten.

    Auf Basis der für 2018 geschätzten Gewinne der 30 DAX-Unternehmen liegt das Index-Ziel bis Ende 2018 bei knapp über 13.900 Punkten.

    Zwischenzeitliche Schwäche-Phasen können Sie daher entspannt „aussitzen“, wenn die Konzerngewinne und Dividenden weiterhin so üppig sprudeln.

    Bei General Electric geht’s rasant bergab

    Weniger gelassen dürften dieser Tage die Aktionäre des US-amerikanischen Industrie-Konzerns General Elelectric (GE) sein:

    Während die GE-Aktie zu Beginn des Jahres noch bei rund 32 US-Dollar notierte, liegt der Kurs derzeit nur noch bei knapp über 18 US-Dollar.

    Das bedeutet ein Minus von mehr als 40% seit Jahresbeginn. Das Allzeithoch der Aktie ist sogar noch viel weiter vom aktuellen Kurs entfernt.

    Welch ein Absturz des vor gar nicht so langer Zeit wertvollsten börsennotierten Unternehmens der Welt!

    Die negative Bilanz der GE-Aktie im laufenden Jahr wird umso verheerender, wenn Sie sich Folgendes vergegenwärtigen:

    Die US-Aktienmärkte sind in diesem Jahr von einem Rekordhoch zum nächsten geklettert.

    Und sowohl der Dow Jones als auch der S&P 500 (deckt die 500 größten börsennotierten US-Firmen ab) haben deutlich 2-stellig zugelegt.

    In den vergangenen Tagen und Wochen hat sich der Abwärtstrend der GE-Aktie noch einmal deutlich verschärft.

    Doch was sind die Gründe für den Absturz des Giganten General Electric und was unternimmt das Management dagegen?

    Gründe für den GE_Absturz und Gegenmaßnahmen

    Sowohl der Umsatz als auch der Gewinn sind bei GE schon seit Jahren rückläufig.

    Zwar hat der langjährige Firmenchef Jeffrey Immelt, der erst kürzlich seinen Posten geräumt hat, einige Anstrengungen unternommen, um den schrumpfenden Umsätzen und Gewinnen entgegenzusteuern, doch offensichtlich tat er nicht das richtige.

    Eine Rückbesinnung auf die Wurzeln des Industrieriesen GE und die Fokussierung auf besonders aussichtsreiche Geschäftsbereiche sollte die Wende bringen – doch das gelang nicht.

    Und so legt der neue GE-CEO John Flannery jetzt die Axt ans Portfolio an: Statt auf 7 Industrie-Sparten will sich General Electric in Zukunft auf 3 Kernbereiche konzentrieren.

    Neben der Luftfahrt, der angesichts der hervorragenden Auftragslage im kommenden Jahr 7 – 10% organisches Wachstum zugetraut werden, soll dies die Medizintechnik sein, die ebenfalls wächst

    Und es bleibt auch das Energie-Geschäft, das mit einem erwarteten Umsatz-Rückgang von 10% im kommenden Jahr das Sorgenkind im Portfolio bleiben wird.

    Prognosen kassiert und Dividende halbiert

    Zu dem deutlichen Kurssturz in diesem Jahr führte vor allem die Tatsache, dass GE sowohl die Prognose für das laufende Jahr als auch die Ziele für das kommende Jahr kassieren musste – und zwar deutlich.

    Nachdem der ehemalige GE-Chef Immelt für 2018 noch ein Ergebnis von 2 US-Dollar je Aktie in Aussicht gestellt hatte, sind es jetzt nur noch 1,00 – 1,07 US-Dollar je Aktie.

    Analysten hatten zuletzt immerhin noch mit einem Gewinn je Aktie in Höhe von 1,17 US-Dollar für das kommende Jahr gerechnet.

    Darüber hinaus teilte der Konzern mit, dass die Quartals-Dividende auf 0,12 US-Dollar je Aktie halbiert wird.

    Die Senkung der Dividende ist erst die 3. in der über 125-jährigen Geschichte des Konzerns – und die 1. Kürzung in einer allgemein guten Konjunktur-Phase.

    Das zeigt, dass viele Probleme hausgemacht sind.

    Ob es der neue GE-Chef Flannery schafft den einstigen Vorzeige-Konzern GE zeitnah wieder in die Spur zu bringen, wird sich zeigen.

    Derzeit sollten auf jeden Fall nur spekulativ orientierte Anleger bei GE zugreifen!

    Da die Börse oft übertreibt – auch bei Kurs-Abschlägen –, könnten sich bald Kaufgelegenheiten ergeben, wenn der Abwärtstrend noch einige Tage anhält.

  • 14.11.2017 20:52

    Hermle: Maschinenbauer bleibt in der Erfolgsspur

    Über den deutschen Maschinenbauer Hermle habe ich an dieser Stelle bereits einige Male geschrieben.

    Und i. d. R. gab es nur Positives von dem im baden-württembergischen Gosheim ansässigen Traditions-Unternehmen zu berichten.

    So ist es auch heute, denn Hermle hat am heutigen Tag starke 9-Monats-Zahlen vorgelegt.

    Bevor ich gleich auf die aktuellen Zahlen und die Hermle-Aktie eingehe, möchte ich Ihnen den Konzern noch einmal kurz vorstellen.

    Denn Hermle steht nicht so sehr im Fokus der Medien und daher kennen sicher nicht alle unter Ihnen die Firma.

    Hermle im Kurzportrait

    Der erfolgreiche Maschinenbauer wurde im Jahr 1938 von Berthold Hermle gegründet und ist im schwäbischen Gosheim ansässig.

    Damals firmierte man noch als „Firma Berthold Hermle – Schraubenfabrik und Fassondreherei“.

    1957 begann die Produktion von Fräsmaschinen. Im Jahr 1990 folgte schließlich die Umfirmierung zur „Maschinenfabrik Berthold Hermle“ und am 10. April 1990 der Börsengang.

    Die „Maschinenfabrik Berthold Hermle AG“ gehört seit vielen Jahren zu den profitabelsten, börsennotierten deutschen Maschinenbauern.

    Der familiengeführte Betrieb ist schuldenfrei und konnte seinen Aktionären sogar während der Branchen-Rezession 2002/2003 Dividenden ausschütten.

    Starke Zahlen: Alle Werte über Vorjahres-Niveau

    Die Maschinenfabrik Berthold Hermle AG setzte ihren erfreulichen Geschäftsverlauf im 3. Quartal 2017 fort:

    Der Umsatz des schwäbischen Werkzeugmaschinenbauers erhöhte sich in den ersten 9 Monaten des laufenden Jahres trotz wachsender Export-Hemmnisse um 2,5% auf 280,6 Mio. €.

    Das Inlands-Volumen stieg um 4,8% auf 118,8 Mio. € und der Auslands-Umsatz um 0,9% auf 161,8 Mio. €.

    Auch der Gewinn bewegte sich per Ende September leicht über dem sehr guten Vorjahres-Niveau.

    Der Auftrags-Eingang von Hermle nahm in den Monaten Januar bis September 2017 um starke 13,0% auf 314,6 Mio. € zu.

    Der Zuwachs beim Auftrags-Eingang wurde gleichermaßen im In- und Ausland generiert.

    Der Auftrags-Bestand lag per Ende September bei 127,8 Mio. € – und damit einen Tick über dem Vorjahreswert von 127,7 Mio. €.

    Zu der guten Bestell-Situation trugen neben der derzeit soliden Konjunktur auch Automatisierungs-Lösungen wie das Handling-System HS Flex bei, teilte Hermle im Rahmen der Vorlage der 9-Monats-Zahlen mit.

    +2.200% Gewinn in 14 Jahren

    Wie gut Hermle schon seit Jahren operativ unterwegs ist, zeigt die hervorragende Entwicklung des Aktien-Kurses:

    Die Leser meines Börsendienstes „Der Depot-Optimierer“, die meiner Erst-Empfehlung im September 2003 – also vor 14 Jahren –  gefolgt sind, können sich inzwischen über ein Plus von mehr als 2.200% freuen (Kursgewinn + Dividenden).

    Auch wenn die Hermle-Aktie in den kommenden 14 Jahren nicht noch einmal um 2.200% wird zulegen können:

    Die Aktie bleibt ein Basis-Investment für konservative Nebenwerte-Fans und Dividenden-Jäger. In schwachen Börsen-Phasen können Sie die Aktie noch immer einsammeln.

  • 13.11.2017 20:08

    Pfeiffer Vacuum legt bärenstarke Zahlen vor

    Der Gesamtmarkt befand sich zuletzt im Korrektur-Modus (der DAX tauchte heute kurz unter die 13.000-Punkte-Marke ab).

    Die Aktie eines deutschen Technologie-Konzerns erreichte dagegen zuletzt neue Rekordkurse. Die Kombination aus sehr guten Zahlen und Übernahme-Phantasie hilft dabei.

    Der im TecDax notierte Vacuumpumpen-Hersteller Pfeiffer Vacuum hat vor wenigen Tagen bärenstarke Zahlen vorgelegt:

    Die Pfeiffer-Vacuum-Aktie, die seit Jahresbeginn insges. schon um 80% zugelegt hat, reagierte darauf mit einem weiteren Freudensprung.

    Bevor ich gleich auf die aktuellen Zahlen von Pfeiffer Vacuum eingehe, möchte ich mit Ihnen zusammen zunächst einen Blick in den Rückspiegel werfen:

    Busch-Gruppe plant Übernahme von Pfeiffer Vacuum

    Im Januar wurde bekannt, dass die familiengeführte Firma Busch ihren börsennotierten Konkurrenten Pfeiffer Vacuum, an dem man zuvor bereits signifikant beteiligt war, übernehmen will.

    Die Busch-Gruppe, die wie Pfeiffer ihr Geld mit Vacuum-Technologie verdient, unterbreitete den Pfeiffer-Aktionären ein freiwilliges Übernahme-Angebot in Höhe von 96,20 € je Aktie.

    Dieses Angebot lag gerade einmal 3,65% über dem Schlusskurs des vorherigen Handelstages.

    Daher war es auch nicht allzu verwunderlich, dass der Vorstand von Pfeiffer das Angebot als nicht angemessen einstufte.

    Daraufhin zog die Busch-Gruppe ihr Übernahme-Angebot zunächst zurück, um dann jedoch kurze Zeit später überraschend ein höheres Angebot vorzulegen.

    Dieses lag bei 110 € je Pfeiffer-Aktie. Aber auch jenes Angebot reichte nicht für die Aktien-Mehrheit. Laut jüngster Mitteilung hält die Busch-Gruppe rund 36% der Pfeiffer-Anteile.

    Ich halte es jedoch für gut möglich, dass Busch über die Börse den Pfeiffer-Anteil aufgestockt und somit auch für die gute Kurs-Entwicklung bei Pfeiffer gesorgt hat.

    Die 9-Monats-Zahlen im Überblick

    Kommen wir jetzt zu den bereits angesprochenen bärenstarken 9-Monats-Zahlen:

    In den Monaten Januar bis September des laufenden Jahres steigerte Pfeiffer Vacuum den Umsatz um sehr gute 27,6% auf 430,5 Mio. €.

    Der operative Gewinn (EBIT) legte überproportional zum Umsatz um 44,3% auf 60,8 Mio. € zu.

    Der Netto-Gewinn kam um 44,0% auf 42,1 Mio. € voran und der Gewinn je Aktie um 44,3% auf 4,27 €.

    Sehr erfreulich ist auch, dass der Auftrags-Eingang um 39,3% auf 476,3 Mio. € zulegen konnte und der Auftrags-Bestand somit bei starken 118,1 Mio. € oder 70,4% über dem Vorjahreswert liegt.

    Damit ist weiteres Wachstum gesichert.

    Pfeiffer-Vacuum-Chef Manfred Bender kommentierte die Geschäfts-Entwicklung in den ersten 9 Monaten des Jahres 2017 wie folgt:

    „Wir freuen uns über eine außerordentlich starke Geschäfts-Entwicklung.“

    Nach Unternehmens-Angaben ist für das starke Wachstum neben dem stetig anziehenden Halbleitermarkt auch die Solar-Industrie verantwortlich.

    Insbesondere chinesische, aber auch europäische Kunden bestellten Produkte für diese Einsatzbereiche, teilte der Konzern im Rahmen der Zahlenvorlage mit.

    Fazit und Ausblick

    Die operative Geschäfts-Entwicklung war bei Pfeiffer zuletzt sehr stark.

    Und es besteht nach wie vor eine Chance auf eine Mehrheits-Übernahme durch die Busch-Gruppe (wäre mit einer Übernahme-Prämie für die Pfeiffer-Aktionäre verbunden).

    Daher ist die Pfeiffer-Vacuum-Aktie nach der jüngsten Kursrally aus meiner Sicht aktuell eine solide Halteposition mit Aussicht auf noch mehr Gewinn.

  • 09.11.2017 20:00

    Immofinanz: Unterbewerteter Immobilien-Konzern aus Österreich

    Ich berichte hier zwar schwerpunktmäßig über deutsche Unternehmen, doch immer wieder stelle ich Ihnen auch solche aus unseren Nachbarländern Österreich und der Schweiz vor.

    An dieser Stelle möchte ich über einen österreichischen Konzern berichten, über den ich an dieser Stelle zuletzt im Jahr 2015 geschrieben habe. Es handelt sich dabei um Immofinanz.

    Immofinanz im Kurzportrait

    Immofinanz ist ein österreichischer Immobilien-Konzern mit den Schwerpunkten Einzelhandel und Büro in 7 Kernmärkten in Europa:

    1. Österreich,
    2. Deutschland,
    3. Tschechien,
    4. Slowakei,
    5. Ungarn,
    6. Rumänien
    7. und Polen.

    Das Unternehmen besitzt ein Immobilien-Vermögen von rund 4,1 Mrd. €, das sich auf mehr als 240 Objekte verteilt, und ist an der Börse in Wien im österreichischen Leitindex ATX gelistet.

    Da Immofinanz erst Ende November 9-Monats-Zahlen vorlegt, möchte ich jetzt kurz auf einige Eckdaten der Halbjahres-Zahlen eingehen.

    Im Anschluss daran werde ich Ihnen schließlich erläutere, was an dem österreichischen Konzern so besonders ist.

    Immofinanz hat zuletzt das Firmenergebnis signifikant auf 105,3 Mio. € gesteigert (Vorjahr: -243,3 Mio. €).

    Ergebnis aus fortgeführten Geschäftsbereichen (also exklusive Russland) beläuft sich auf 113,1 Mio. € nach zuvor -123,9 Mio. €.

     Auch das Finanz-Ergebnis verbesserte sich deutlich von -58,0 auf +104,4 Mio. €.

    Das ist v. a. eine Folge positiver Bewertungs-Effekte bei den Beteiligungen an CA Immo und Buwog (beides sind ebenfalls österreichische Immobilien-Firmen).

    Was Immofinanz so besonders macht

    Das Unternehmen besitzt auch noch Immobilien in Russland.

    Vor einigen Jahren war das Land noch ein absoluter Geheimtipp für Immobilien-Investoren (steigende Kaufkraft in Russland).

    Durch den Ausbruch der Krim-Krise und den damit verbundenen Handels-Sanktionen ist das Russland-Portfolio von Immofinanz plötzlich eine Kursbremse für die Immofinanz-Aktie geworden.

    Daher will die Firma ihr Russland-Portfolio verkaufen. Im Oktober veröffentlichte das Unternehmen dazu folgende Meldung:

    „Die Immofinanz AG teilt mit, dass sie nunmehr mit einem Bieter für ihr Moskauer Einzelhandels-Immobilien-Portfolio in fortgeschrittenen Gesprächen steht.“

    Und weiter:

    „Es ist aus heutiger Sicht unverändert geplant, die Abgabe des Russland-Portfolios bis Ende 2017 abzuschließen.“

    Zur geplanten Fusion mit CA Immo

    Sobald das Russland-Portfolio verkauft ist, will Immofinanz im nächsten Schritt mit dem österreichischen Konkurrenten CA Immo fusionieren.

    Aus dieser Fusion würde ein Immobilien-Konzern entstehen, der in Europa kaum zu übersehen wäre.

    Die Fusion hätte aus meiner Sicht gleich 2 Vorteile:

    1. lassen sich in der Immobilien-Branche relativ schnell Synergie-Potenziale heben (Abbau doppelter Kosten-Strukturen etwa in der Verwaltung),
    2. würde die neue Größe (fast 7 Mrd. € Immobilien-Besitz) neue Investoren anlocken.

    Sowohl der Verkauf des Russland-Portfolios als auch die im Anschluss daran geplante Fusion mit CA Immo würden sich wertsteigernd auf die Immofinanz-Aktie auswirken.

    Daher sollten Sie das Papier im Auge behalten. Weitere Informationen zu Immofinanz finden Sie in meinem Börsendienst „Depot-Optimierer“.

  • 08.11.2017 19:37

    Dürr: Anlagen- und Maschinenbauer mit soliden Zahlen

    Der im MDax notierte Anlagen- und Maschinenbauer Dürr hat am heutigen Mittwoch seine Geschäftszahlen für das 3. Quartal und für die ersten 9 Monate des Geschäftsjahres 2017 vorgelegt.

    Die Dürr-Aktie, die seit Jahresbeginn sehr gut gelaufen war, verlor daraufhin deutlich an Wert.

    Warum das Papier heute nachgegeben hat und wie ich diese Aktie augenblicklich einschätze, erfahren Sie gleich.

    Zunächst möchte ich Ihnen einen Überblick über das aktuell vorgelegte Zahlenwerk von Dürr geben:

    Die aktuellen Zahlen von Dürr in der Übersicht

    Dürr hat in den ersten 9 Monaten dieses Jahres sowohl den Auftrags-Eingang als auch den Umsatz und Gewinn gesteigert.

    Und man strebt im Gesamtjahr nach wie vor ein Rekord-Bestell-Volumen von bis zu 3,8 Mrd. € an.

    Auf vergleichbarer Basis, also bereinigt um die Effekte aus dem Verkauf der Dürr-Ecoclean-Gruppe (industrielle Reinigungstechnik) im März 2017, stieg der Auftrags-Eingang im 9-Monats-Zeitraum um 7,4% auf 2,89 Mrd. €.

    Ohne die Bereinigung um den Ecoclean-Verkauf betrugen die Zuwächse +2,3% beim Auftrags-Eingang und +2,6% beim Umsatz.

    Der operative Gewinn (EBIT) stieg überproportional zum Umsatz um 17,9% auf 214,1 Mio. €.

    Die operative Gewinnmarge (EBIT-Marge) lag mit 8% nach 9 Monaten in der für das Gesamtjahr angepeilten Bandbreite von 7,5 – 8,25%. Der Netto-Gewinn legte um 24,1% auf 149,7 Mio. € zu.

    Zwar fiel der Auftrags-Eingang im 3. Quartal mit 815,2 Mio. € etwas verhaltener aus, doch Dürr-Chef Ralf Dieter setzt auf ein stärkeres Schlussquartal:

    „Aufgrund der noch bis Jahresende anstehenden Auftrags-Vergaben in der Automobil-Industrie und der weiterhin starken Nachfrage nach Holzbearbeitungs-Mmaschinen sind wir sehr zuversichtlich, unsere Jahresziele zu erreichen.“

    Dürr-Tochter Homag im Fokus

    À propos Holzbearbeitungs-Maschinen:

    Diesen Bereich deckt Dürr seit 2014 mit dem mehrheitlich übernommenen, aber immer noch börsennotierten Maschinenbauer Homag ab.

    Der wiederum ist führend in der Herstellung von Holzbearbeitungs-Maschinen und liefert seit Jahren starke Zahlen ab.

    Das macht sich auch bei der Wert-Entwicklung der Homag-Aktie bemerkbar:

    Die Homag-Aktie, die ich in meinem Börsendienst „Depot-Optimierer“ im Dezember 2013 zum Kauf empfahl, hat seither um rund 250% zugelegt.

    Dies aber nur als kleiner Exkurs, damit Sie sich nicht wundern, was das Unternehmen Dürr, das ansonsten eher für Lackier-Anlagen für die Automobil-Industrie bekannt ist, mit Holzbearbeitungs-Maschinen zu tun hat.

    Warum die Dürr-Aktie heute nachgibt

    Kommen wir nun abschließend noch zu der Frage, warum die Dürr-Aktie heute trotz mindestens solider Zahlen nachgibt:

    Meine Einschätzung dazu: Nachdem die Aktie in den vergangenen Monaten sehr gut gelaufen ist, hatten einige Anleger mehr als „nur“ solide bis gute Zahlen erwartet.

    Zudem dürfte der im 3. Quartal etwas schwächelnde Auftrags-Eingang für Verunsicherung gesorgt haben.

    Aus meiner Sicht ist die Dürr-Aktie auf dem aktuellen Kurs- und Bewertungs-Niveau eine solide Halte-Position.

  • 07.11.2017 20:52

    Evonik: Nach guten Zahlen optimistischer für das Gesamtjahr

    Besser als dem Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund, der in den vergangenen Wochen nicht besonders erfolgreich war, erging es zuletzt dem Trikot-Sponsor der Schwarzgelben.

    Die Rede ist vom Essener Chemiekonzern Evonik, der im deutschen Nebenwerte-Index MDax gelistet ist.

    Bei Evonik herrscht derzeit gute Stimmung

    Das Unternehmen ist angesichts eines guten 3. Quartals etwas optimistischer für das laufende Geschäftsjahr – mehr dazu gleich…

    Rückenwind lieferten zuletzt vor allem die guten Geschäfte mit Hochleistungs-Materialien beispielsweise für die Automobil-Industrie.

    Darüber hinaus liefen die Geschäfte mit chemischen Stoffen für die Kunststoff-Industrie zuletzt erfreulich und Evonik profitierte von den in diesem Jahr getätigten Übernahmen.

    Lesen Sie jetzt, wie die jüngsten Quartalszahlen im Detail ausgefallen sind:

    Die jüngsten Zahlen in der Übersicht

    Evonik hat den bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) im 3. Quartal des laufenden Jahres auf 639 Mio. € gesteigert.

    Im Vergleich zum 3. Quartal 2016 entspricht dies einem Anstieg um 11%.

    Der Umsatz stieg auf 3,56 Mrd. €, das bereinigte Konzern-Ergebnis auf 275 Mio. € und das bereinigte Ergebnis je Aktie auf 0,59 €.

    Der Free Cashflow (freier Mittelzufluss) lag in den Monaten Juli bis September 2017 bei 485 Mio. € – und damit um rund 70% über dem Vorjahreswert.

    Damit hat Evonik auch auf Jahressicht einen deutlich positiven Free Cashflow erwirtschaftet.

    Das erwartet Evonik für 2017 und danach

    Für 2017 erwartet Evonik nun einen bereinigten Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (bereinigtes EBITDA) in der oberen Hälfte der angepeilten Bandbreite von 2,2 – 2,4 Mrd. €.

    Das würde ein Wachstum von bis zu 11% bedeuten.

    Auch beim Umsatz will Evonik weiter zulegen. Und dank eines Sparprogramms soll künftig unter dem Strich noch mehr Gewinn hängen bleiben:

    Im Zuge der neuen Unternehmens-Strategie sollen die Kosten in der Verwaltung und dem Vertrieb dauerhaft um 200 Mio. € pro Jahr sinken.

    Im kommenden Jahr sollen bereits 50 Mio. € ergebniswirksam werden, ab 2021 dann der gesamte Betrag.

    Christian Kullmann, der seit Mai Evonik-Chef ist, hat ehrgeizige Ziele:

    „Wir wollen das beste Spezialchemieunternehmen der Welt werden.“

    Und weiter:

    „Dazu müssen wir auch unsere Kosten mit unserem Anspruch in Einklang bringen.“

    Die Einsparungen dürften Evonik helfen, das Firmenziel einer EBITDA-Gewinnmarge von 18 – 20% zu erreichen.

    Kullmann hatte bereits im Juni (also kurz nach seinem Amtsantritt) angekündigt, die Marge nachhaltig auf dieses Niveau bringen zu wollen.

    Im abgelaufenen 3. Quartal hatte sie bereinigt bereits bei knapp 18% gelegen. Damit ist Evonik auf einem guten Weg.

    Die Evonik-Aktie, die lange stagnierte, aber in den vergangenen Wochen schon 2-stellig zugelegt hat, hat aus meiner Sicht daher durchaus weiteres Potenzial nach oben.